- Demografischer Wandel macht Veränderungen unvermeidbar
- Wer Probleme aufschiebt, gefährdet Rente, Pflege und Gesundheit
Anlässlich der Debatte über Reformen der sozialen Sicherungssysteme erklärt Benedikt Hüppe, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN): „Wer jede Veränderung reflexhaft als Sozialabbau brandmarkt, schützt den Sozialstaat nicht. Er gefährdet ihn. Nicht Reformen bedrohen unsere Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Gefährlich wird es, wenn wir die Augen vor der Wirklichkeit verschließen.
Unsere sozialen Sicherungssysteme gehören zu den größten Stärken unseres Landes. Aber sie können nur verteilen, was zuvor erwirtschaftet wird. Wer sie erhalten will, muss sie an eine veränderte Realität anpassen. Wir werden älter, leben länger und beziehen länger Leistungen. Gleichzeitig tragen immer weniger Beitragszahler die Last. Das bedeutet: Das Fundament wird schmaler, während das Dach immer schwerer wird. Auf Dauer funktioniert das nicht ohne Veränderungen.
Wer heute notwendige Reformen blockiert, riskiert morgen deutlich schmerzhaftere Einschnitte. Deshalb müssen wir genau prüfen, welche Regeln Menschen früher aus dem Erwerbsleben drängen und wie längeres Arbeiten attraktiver werden kann. Wer mit 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente geht, erhält bei gleicher Beitragsleistung länger Leistungen aus dem System. Dabei honoriert die gesetzliche Rentenversicherung Lebensleistung bereits über die erworbenen Rentenpunkte. Am Ende zahlen andere die Rechnung: durch höhere Beiträge, höhere Steuern oder neue Schulden. Gleichzeitig fehlen Deutschland schon heute Hunderttausende Fachkräfte. Deshalb dürfen wir uns weitere Fehlanreize nicht leisten. Wer die soziale Sicherung dauerhaft erhalten will, muss den Mut haben, sie zukunftsfest zu machen.“

