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08. Oktober 2026

UVN-Stellungnahme zum Erlass „Berufsbild Lehrkraft“

Mit unserer Stellungnahme an das Niedersächsische Kultusministerium vom 8. Oktober 2026 haben wir zum Entwurf des Erlasses „Berufsbild Lehrkraft“ Position bezogen und grundlegenden Überarbeitungsbedarf aufgezeigt. Ein gemeinsames Berufsbild kann Lehrkräften, Schulleitungen, Lehrkräftebildung und Schulverwaltung wichtige Orientierung geben. Der Entwurf beschreibt die Anforderungen an den Lehrerberuf umfassend, setzt aus unserer Sicht jedoch die falschen Schwerpunkte: Gesellschaftspolitische und pädagogische Aspekte werden ausführlich dargestellt, während Berufsorientierung, ökonomische Bildung sowie die Vorbereitung auf Ausbildung, Studium und Erwerbsleben zu wenig berücksichtigt werden. In unserer Stellungnahme machen wir deutlich, dass Bildungsübergänge nur gelingen können, wenn junge Menschen frühzeitig realistische Einblicke in Ausbildungswege, Studienmöglichkeiten und die Arbeitswelt erhalten. Vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs sollte Berufsorientierung deshalb als eigenständiger und verbindlicher Bestandteil des Berufsbildes verankert werden. Zudem bleibt nach unserer Einschätzung unklar, welche der vielfältigen Anforderungen an Lehrkräfte tatsächlich Priorität haben und welche eher Orientierungscharakter besitzen. Besonders wichtig ist die verbindliche Verankerung einer betrieblichen Praxisphase in der Lehrkräftebildung. Wer Berufsorientierung als Aufgabe von Schule ernst nimmt, muss angehenden Lehrkräften eigene Erfahrungen in der Arbeits- und Wirtschaftswelt ermöglichen. Das Berufsbild sollte daher grundlegend überarbeitet werden, die Vorbereitung auf Ausbildung, Studium und Erwerbsleben stärker gewichten und gesellschaftliche Bildung konsequenter mit den Lebensrealitäten junger Menschen verknüpfen. Nur so wird es den Anforderungen von Schule, Arbeitswelt und Fachkräftesicherung gleichermaßen gerecht.